Wer baut für das THW Bogen die neue Unterkunft?

Die THW-Unterkunft im Bogener Einsatzzentrum befindet sich in einem nicht mehr zeitgemäßen Zustand. Eine Sanierung würde 1,1 Millionen Euro kosten. Daher ist ein Neubau die günstige Lösung des Problems. (Fotos: THW)Die Unterkunft des THW-Ortsverbandes ist seit längerer Zeit in einem Zustand, der bereits dazu führte, dass ein Teilbereich des Gebäudes gesperrt werden musste. Seit eineinhalb Jahren laufen die Gespräche mit der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BIma), dem Vermieter der Unterkunft im Einsatzzentrum an der Deggendorfer Straße, und dem Staatlichen Bauamt Passau. Seit Monaten steht eine Antwort aus Passau aus. „Wir werden unnötig hingehalten“, klagt der designierte Ortsbeauftragte Josef Feldmaier.

Bereits 2009 hatte der damalige Ortsbeauftragte Jürgen Wegener die BIma darauf aufmerksam gemacht, dass das Gebäude beängstigende Mängel aufweise, der Sanitärbereich sei nur noch äußerst eingeschränkt zu benutzen und die Heizung falle immer wieder aus. Bei einem Ortstermin kam dann noch mehr ans Tageslicht: Fehlender Brandschutz im Dachgeschoss, welches als Umkleide- und Abstellraum genutzt wurde, sowie im Obergeschoss, in dem der Aufenthalts- und Stabsraum, sowie die Verwaltung und Küche untergebracht sind. Außerdem ist eine grundsätzliche, aber auch umfangreiche energetische Sanierung notwendig. Die Fenster müssten erneuert, das Dach und die Fassade mit Wärmeschutz versehen werden.

Ferner kam hinzu, dass der Ortsverband im Herbst 2009 einen neuen Mehrzweckkraftwagen bekommen hatte. Aufgrund der Höhe des Lkw und der niedrigen Tore der Fahrzeughalle muss seither das Fahrzeug im Freien abgestellt werden. Nachdem an den Toren eine Veränderung nicht möglich ist, hatten die Planer im Staatlichen Bauamt einen Anbau, jedoch mit einem äußerst engen Zufahrtsweg, angepeilt.

Nach mehreren Arbeitsgesprächen legte das Bauamt zum Jahreswechsel schließlich die Kosten auf den Tisch: Rund 1,1 Millionen Euro wären fällig. Trotz der von MdB Ernst Hinsken in die Wege geleiteten Förderung von 240.000 Euro aus dem Konjunkturpaket II hätte das THW immer noch die stolze Summe von 860.000 Euro aufbringen müssen. Bereits im Januar waren sich Landesverband und Ortsverband einig darüber, nach einer Alternative zu suchen. Zu diesem Zeitpunkt konnte Jürgen Wegener bereits einen Investor für eine neue Immobilie präsentieren. Die Stadt hatte dazu im Gewerbegebiet Furth ein entsprechendes Grundstück angeboten.

In der Folgezeit wurde in einer öffentlichen Ausschreibung nach weiteren Alternativen gesucht. Im Juli standen dann insgesamt fünf Objekte zur Besichtigung an. Übrig geblieben waren zwei Investorenangebote. Beide würden auf dem städtischen Grundstück in Furth die neue THW-Unterkunft inklusive der Fahrzeughallen bauen. Die BIma schloss nach den Sommerferien jedoch nicht aus, selbst als Bauherr aufzutreten. Vorsorglich hatte sie bereits im Juni das Staatliche Hochbauamt in Passau mit einer Kostenschätzung beauftragt. „Dort hängt die ganze Sache jetzt“, ärgert sich Feldmaier nachdem er weiß, dass die Passauer Behörde bereits mehrmals angemahnt worden ist.

„Wir haben bereits vor einem Jahr unsere Hausaufgaben gemacht und eine Alternative zu der unrealistischen Sanierung gesucht und gefunden“, erinnert Feldmaier und weiß, dass die Helfer inzwischen ungeduldig werden. „Wir nehmen schon eine Zeit lang Einschränkungen hin“, sagen sie, „doch die derzeitige Situation ist auf Dauer nicht tragbar“.