THW-Landesvereinigung vor 20 Jahren gegründet: Interview mit dem THW-Ortsbeauftragten Jürgen Wegener, der beim Festakt mit dabei war

Aus dem Geschäftsführerbereich Straubing waren neben Jürgen Wegener (Mitte) auch die Ortsbeauftragten aus Kelheim, Martin Balbierer (rechts) und aus Passau, Erich Rehaber, beim Festakt mit dabei. (Fotos: THW)Die THW-Landes-vereinigung Bayern e. V. blickte am Samstag, 9. Dezem-ber auf ihr 20-jäh-riges Bestehen zurück. Im Senatssaal des Maximilianeums hielt Bayerns Innenminister Dr. Günther Beckstein die Festrede. Außerdem erhielt der Gründungs-vorsitzende, Bayern ehemaliger Justizminister Alfred Sauter die höchste Auszeichnung, die die Landesver-einigung verleihen kann – die Silberen Ehrennadel. Der Ortsbeauftragte vom THW-Ortsverband Bogen, Jürgen Wegener, war bei diesem Ereignis mit dabei und stand hinterher für ein Interview zur Verfügung.

Frage: Herr Wegener, Sie waren am Samstag Gast beim Festakt zum 20-jährigen Bestehen der Landesvereinigung. Welche Aufgabe hat die THW-Landesvereinigung?

Wegener: Die THW-Landesvereinigung Bayern ist ein Zusammenschluss von rund 100 örtlichen Helfervereinen. Sie ist sozusagen das Sprachrohr und die Lobby der Helfer und Förderer der Bundesanstalt Technischen Hilfswerk. Sie hat sich nicht nur maßgeblich am Entwurf des THW-Helferrechtsgesetz beteiligt.

Frage: Die Helfervereine sind ja als gemeinnützig anerkannte Vereine. Was geschehen mit den Spendengeldern?

Wegener: Sie sprechen damit einen zweiten ganz wichtigen Aspekt der Vereinsaufgaben an. Die Helfervereine unterstützen mit den Geldern zum Beispiel die Förderung der Jugendpflege und der Jugendarbeit innerhalb des Technischen Hilfswerkes. Wichtig ist es für uns als Ortsverband aber auch, dass wir mit Unterstützung des Helfervereins unsere Aufgaben in der Örtlichen Gefahrenabwehr intensivieren können.

Frage:: Können Sie uns dazu Beispiele nennen?

Alfred Sauter, MdL (links) erhielt aus der Hand des Landesvorsitzenden Harmut Koschyk (rechts) die höchte Auszeichnung, die die Landesvereinigung verleihen kann: die Silberne Ehrennadel.Wegener: Jüngstes Beispiel ist die Anschaffung der Sandsackfüllmaschine, die bei Hochwassereinsätzen nicht nur den THW-Helfern, sondern allen Einsatzkräften die Arbeit erleichtert und damit dem gesamten Hochwasserschutz dient. Aber auch andere Dinge, wie Funkgeräte, Funkmeldeempfänger für schnellere die Alarmierung der Helfer und Auffanggurte, die die Sicherheit der Helfer bei Einsätzen wie bei der Schneekatastrophe fördern, konnte der Helferverein für den Ortsverband einkaufen.

Frage:: Innenminister Dr. Günther Beckstein hielt bei diesem Festakt in München die Festansprache. Was hat eigentlich die Katastrophenschutzorganisation des Bundes mit dem Land Bayern zu tun?

Wegener: Die Bayerische Staatsregierung und speziell auch das bayerische Innenministerium - und das hat am Samstag Dr. Beckstein auch nochmals bestätigt – ist seit Jahren tief mit dem Bayerischen THW und der THW-Landesvereinigung verbunden. Dies zeigt sich auch in einer Regelung des Bayerischen Katastrophenschutzgesetzes, wonach das THW gemäß ihrer Aufgabenzuweisung ebenfalls im Katastrophenschutz des Landes mitwirkt. Bayern war das erste Bundesland, in dem solch eine Bestimmung festgeschrieben wurde.

Frage:: Bei Unglücken und Katastrophen müssen Sie auch mit anderen Organisationen wie etwa der Feuerwehr zusammenarbeiten. So steht es ja auch im Katastrophenschutzgesetz.

Wegener: Gerade die jüngsten Katastrophen, ob Hochwasser oder Schneekatastrophe, haben gezeigt, wie wichtig und oft unabdingbar die Mitwirkung des THW bei der Krisenbewältigung ist. Das hat so am Samstag auch unser Innenminister bestätigt. Ich persönlich bin froh, dass wir in unserem Einsatzbereich ein hervorragendes Verhältnis zur Feuerwehr haben. Der Austausch unter den Führungskräften funktioniert gut.

Frage:: Wer kann eigentlich Mitglied in einem THW-Helferverein werden?

Wegener: Mitglied kann jeder werden, der die Idee „THW“ unterstützen will. Das sind nicht nur die aktiven Helfer der Ortsverbände. In Bogen haben wir Unternehmer und Geschäftsleute genauso dabei wie Kommunalpolitiker und ganz „normale“ Bürger. Sie alle tragen dazu bei, dass das THW Bogen mit ihren Einsatzmöglichkeiten im Katastrophenschutz und in der örtlichen Gefahrenabwehr optimiert.