THW-Helfer schlossen umfangreiche Ausbildung mit Prüfung ab

Elke Gerl, Maik Bauer, Christoph Müller und Thomas Schwarzensteiner (v. r. n. l.) haben am Samstag erfolgreich die Basisausbildung I abgeschlossen. Prüfungsleiter Thomas Penzkofer vom Ortsverband Deggendorf (links) gratulierte den neuen Helfern. (Fotos: THW)So vielfältig wie die Bundesanstalt Technisches Hilfswerk (THW) ist, so sind auch seine Möglichkeiten, sich zu engagieren. Das zeigt schon der Umfang der Basisausbildung, die jeder neue THW-Helfer durchlaufen muss. Am Samstag stellten sich in Bogen insgesamt zehn Anwärter der Prüfung, die von Armin Schwetz, hauptamtlicher Mitarbeiter der THW-Geschäftsstelle und Thomas Penzkofer vom Ortsverband Deggendorf, ehrenamtlicher Prüfungsleiter, sowie dem zugeteilten Prüfungsteam durchgeführt wurde. Vom Ortsverband Bogen bestanden vier Helfer diese mehrstündige Prüfung, dies aus einem theoretischen und einem praktischen Teil sowie einer Teamprüfung besteht. Beteiligt waren auch Helfer aus dem Ortsverband Passau. Nach dem erfolgreichem Abschluss der Prüfung werden die Helferinnen und Helfer den Einheiten des THW, den verschiedenen Fachgruppen, zugewiesen.

Ziel der Basisausbildung I ist nach Auskunft von Zugführer Mike Vogel ein allgemeines Wissen über den europäischen Katastrophenschutz, die eigene Organisation und das Einsatzgeschehen sowie die einheitliche, einsatzorientierte Befähigung im Umgang mit den im THW üblichen Werkzeugen und Geräten. Dazu werde der grundlegende Umgang mit der allgemeingebräuchlichen Ausstattung der Helfer im THW auf Basis der regulären Ausstattung gelehrt. Demzufolge müssen die neuen Helfer Bescheid wissen, welche Rolle das THW im Zivil- und Katastrophenschutz und in der Gefahrenabwehr von Bund und Ländern spielen. Sie müssen das Arbeiten mit Leinen, Spanngurten, Drahtseilen, Ketten und Rundschlingen sowie den Umgang mit Leitern beherrschen. Das Ausleuchten von Einsatzstellen, aber auch Holz-, Gesteins- und Metallbearbeitung zähle ebenfalls zum Grundsatzwissen jedes neuen Helfers. „Zu den Lernabschnitten nehmen ferner die Grundlagen in der Rettung und Bergung sowie das Verhalten im Einsatz und das Arbeiten im bzw. am Wasser eine große Rolle ein“, ergänzte Vogel.

Die Teilnahme an der Basisausbildung I ist für jeden neu in das THW eintretenden Helfer verpflichtend. Alle Helferinnen und Helfer erhalten in rund 75 Unterrichtsstunden eine bundesweit einheitliche Basisausbildung in ihrem Ortsverband. Seit seiner Gründung im Jahr 1950 ist das THW zu einer unverzichtbaren Säule der Gefahrenabwehr in Deutschland gewachsen. Neben dem per Gesetz definierten Aufgabenkatalog erfüllen die ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer für unsere Gesellschaft einen wertvollen Beitrag, der sich weder verordnen noch bezahlen lässt. Er ist vielmehr vom Wunsch getragen, seinen Mitmenschen zu helfen.

“Die Qualifikation der THW-Experten steht an erster Stelle wenn es darum geht, sich als moderne Einsatzorganisation zu etablieren“, vertritt Ortsbeauftragter Jürgen Wegener die Meinung. Hinzu komme die feste Einbindung in ein nationales und internationales Netzwerk von Anforderern und Kooperationspartnern. Die Technik müsse mit dem fortschreitenden Stand der Entwicklung Schritt halten, die Einheiten müssten zeitgemäß aufgestellt sein. Nachdem das THW heute nach Darstellung Wegeners eine moderne Einsatzorganisation sei, die sowohl im Inland als auch im Ausland in der Lage ist, die ihr gestellten Aufgaben zu bewältigen, müsse die Ausbildung von Anfang an sehr umfangreich sein. Die alltäglichen unzähligen Einsätze in Deutschland auf Anforderung von Polizei oder Feuerwehr, die Wiederaufbauhilfe in Afghanistan im Auftrag der Bundesregierung oder die Unterstützung der Vereinten Nationen in Sierra Leone, sind nach den Worten des Ortsbeauftragten nur einige Beispiele der Herausforderungen an die Helfer.

Erfolgreich bestanden haben die Prüfung Elke Gerl und Christoph Müller. Sie werden zukünftig in der zweiten Bergungsgruppe (Schwere Bergung) ihr Engagement einbringen. Maik Bauer und Thomas Schwarzensteiner arbeiten ab sofort in der Fachgruppe Ortung mit. Nach monatelanger Ausbildung freuen sie sich, die erste Hürde genommen zu haben. In weiteren Aus- und Fortbildungsmaßnahmen wollen sie weitere Qualifikationen erlangen, um in Gefahrensituationen und nach Katastrophenereignissen richtig und effektiv handeln zu können.