OV präsentierte Spezialgeräte der "Schweren Bergung" und der ÖGA

Innerhalb kürzester Zeit können Teile von Betonwänden und -decken mit dieser Betonkettensäge ab- bzw. herausgeschnitten werden. (Fotos: THW)"Das sind wir ..., das können wir ..., das kosten wir." Die diesjährige Leistungsschau des THW-Ortsverbandes Bogen befasste sich intensiv mit diesen drei Themen. Eingeladen zu diesem Termin am Samstag hatte der Ortsverband Vertreter verschiedener Kommunen, Polizeidienststellen, Bundeswehr, Feuerwehr und BRK. Knapp 30 Gäste konnte Ortsbeauftragter Jürgen Wegener begrüßen. Landrat Alfred Reisinger sprach von hohem Respekt als er u. a. vom Einsatz mit den sogenannten Vogel-Pumpen sprach, die im Rahmen der Örtlichen Gefahrenabwehr (ÖGA) "goldwert" seien. Aber auch von anderen Spezialgeräte der „Schweren Bergung“, die durch Helfern des THW vorgestellt wurden, waren die Besucher angetan.

Fast 30 Gäste, darunter auch Kreisbrandrat Johann Leidl, Landrat Alfons Reisinger, Stadtrat Alois Retzer, Hauptmann Maik Keller und Polizeidirektor Anton Scherl (von rechts), waren am Samstag zum THW-Ortsverband Bogen gekommen, um sich von dessen EinsatzbDer Hurrikan "Katrina" im Südosten der USA und die Tsunami-Flutwellen in Südostasien, das sind nach Aussage des Bogener THW-Ortsbeauftragten Jürgen Wegener keine Katastrophen, die nur alle paar Jahrhunderte auf die Menschheit hereinbrächen und wenn, dann auch noch Tausende Kilometer von Europa entfernt Menschenleben kosten und immensen Schaden anrichten würden. Erst vor wenigen Wochen kämpfe man an den Ufern der Donau und anderer bayerischer Flüsse gegen Hochwasser. Ende Juli richtete ein Orkan im Großraum Straubing schwere Schäden an. Für Jürgen Wegener stellt sich daher die Frage: "Was kommt als nächstes auf uns zu? Wann müssen wir mit einem weiteren Unglück dieser Kategorie rechnen?"

140 Tonnen können mit diesen Hebekissen problemlos angehoben werden. Beim Anheben von schweren Fahrzeugen genauso hilfreich wie beim Anheben von eingestürzten Wänden und Mauerwerken...Wie der Ortsverband Bogen bei diesen Schadensereignissen effektive Hilfe leisten will hat er am Samstag im Rahmen einer Leistungsschau fast 30 Gästen aus der Politik, Kommunalverwaltung, Polizei, Bundeswehr, Feuerwehr und BRK gezeigt. Bereits am Vormittag hatten die THW-Helfer an der Donau eine von zwei sogenannten "Vogel"-Pumpen aufgebaut. Beide Hochleistungspumpen, angetrieben von je einem 54-PS-Porsche-Motor, können in der Stunde rund 1,8 Millionen Liter Wasser (auch Schmutzwasser) abpumpen. Wie Landrat Alfred Reisinger bei dieser Präsentation erwähnte, habe der Landkreis Straubing-Bogen vor rund 20 Jahren dem THW-Ortsverband Bogen diese zwei Pumpen für den Zweck der Örtlichen Gefahrenabwehr überlassen. "Damals hatte wohl noch niemand daran gedacht, welche Effektivität diese beiden Gerätschaften einmal erreichen können", räumte der Landrat ein und freut sich, dass diese Pumpen inzwischen bei mehreren Einsätzen im Landkreis und in einigen Gebieten Bayerns bei Hochwassereinsätzen wertvollen Dienst erwiesen hätten, gar "goldwert" seien. Für die Wartung und Pflege der Pumpen und dem über 400 Meter langen Leitungsnetz sagte er seinen Dank.

...Zugführer Mike Vogel erklärte die Funktionsweise und demonstrierte den Einsatz bei einem Lkw.Reisinger erinnerte sich daran, dass auch im August die hochwasserführende Donau die Bevölkerung in Atem gehalten habe. Dazu an den Ortsbeauftragten und an die THW-Helfer gewandt lobte der Landrat: "Ich danke dem Ortsverband Bogen, der sich sofort mit dem Landratsamt in Verbindung gesetzt und seine Hilfe zugesagt hatte." Den Kontakt zur Führungsgruppe Katastrophenschutz hob er als sehr positiv hervor. Mit einer der beiden "Vogel"-Pumpen waren THW-Helfer zur Bogener Kläranlage ausgerückt. Innerhalb kürzester Zeit war dort der Grundwasserspiegel so stark angestiegen, dass eines der Klärbecken überflutet worden war. Mit der Hochleistungspumpe konnte das Problem schnell gelöst werden. Wörtlich resümierte der Landrat: "Diese Einsätze zeigen, wie wichtig Investitionen in die Einsatzgeräte sind, und beweisen auch, dass diese keine übertriebene Spielereien sind." Ingesamt wurden in die Modernisierung dieser Pumpen über 40.000 Euro investiert.

Mit diesem Kernbohrgerät können in Wände und Decken Löcher unterschiedlicher Durchmesser relativ schnell gebohrt werden.Unwetter und Hochwasser sind aber nicht die einzigen Anlasse wofür die Helfer des THW-Ortsverbandes Bogen bestens gerüstet und ausgebildet sind. Im weiteren Verlauf der Präsentation im Hof der Unterkunft an der Deggendorfer Straße wurden unter der Leitung von Zugführer Mike Vogel weitere Spezialgeräte und -techniken präsentiert. Mit einer Betonkettensäge wurde Mauerwerk in kürzester Zeit durchtrennt. Schwere Eisenträger konnten mit einem Plasmaschneidgerät durchtrennt und ein Lkw mit Hebekissen angehoben werden. Die Helfer erklärten den Gästen nicht nur die Funktion der Geräte, sondern führten diese auch in der Praxis vor. Nicht schlecht staunten die Besucher, als zum Finale mit zwei Hebekissen in nur wenigen Minuten ein Lkw problemlos fast einen Meter in die Höhe gehoben wurde.

Ortsbeauftragter Jürgen Wegener informierte unter anderem über den aktuellen Stand des THW-Einsatzes in den USA."Wir haben Ihnen heute gezeigt, dass wir bei der alltäglichen Gefahrenabwehr sowie nach Unfall- und Umweltkatastrophen gemeinsam mit der Feuerwehr und den Rettungsdiensten wertvolle Unterstützung gewährleisten können", kommentierte Ortsbeauftragter Jürgen Wegener die Präsentation. Nach diesem Tag, so Wegener, würden die Besucher sicherlich feststellen können, dass die Gelder, die dem THW-Ortsverband Bogen zuteil geworden sind, gut angelegt seien. Außerdem hätten die Gäste, unter ihnen unter anderem Polizeidirektor Anton Scherl, Polizeihauptkommissar Alfons Kreipl und Kreisbrandrat Johann Leidl, erkennen können, dass die Helfer als hochmotivierte und kompetente Einsatzkräfte an die Unglücksstellen entsandt werden können und dass die Helfer des THW-Ortsverbandes Bogen gegenüber allen anderen am Einsatz beteiligten Behörden und Organisationen faire, zuverlässige und kameradschaftliche Partner seien.

Während einer Powerpoint-Präsentation erfuhren die Gäste noch einiges mehr über das THW im Allgemeinen und dem Ortsverband Bogen im Detail. Demzufolge gehören dem Ortsverband aktuell fast 100 Helfer - darunter 14 weibliche - an. Detailliert wurde aufgezeigt, welche Einsatzmöglichkeiten mit welcher Ausrüstung möglich seien. Schwerpunkte nahmen dabei Einsätze auf Verkehrswegen, im Zusammenhang mit Gebäudeeinstürzen, bei der Vermisstensuche und bei Unwetter (Schnee, Sturm und Hochwasser) ein. Hervorgehoben wurde auch der Einsatz mit unterschiedlichen Beleuchtungsanlagen zum Ausleuchten von Einsatzstellen, Kontrollstellen, Aktionen auf Fließgewässern und bei Ermittlungsarbeiten.