OV Bogen verfügt über 13 qualifizierte "Sanitäter in den Fachdiensten"

Unter der Anleitung von BRK-Instruktor Martin Schmauser (2. v. l.) und dem Co-Ausbilder Thomas Biendl (rechts) lernten die THW-Helfer auch den richtigen Umgang mit dem Blutdruckmessgerät und dem Stethoskop. (Fotos: THW)Mit der Ausbildung „Sanitäter in den Fachdiensten“ ging der THW-Ortsverband Bogen in den vergangenen Wochen einen Weg. Gemeinsam mit dem BRK-Kreisverband Straubing-Bogen wurden 13 THW-Helfer für diese wichtige – manchmal auch lebensrettende – Aufgabe qualifiziert. An zwei Samstagen und einem Sonntag erhielten die hochmotivierten Teilnehmer Inhalte vermittelt, die über den Erste-Hilfe-Kurs hinausgehen. Im Einsatz sollen sie dem Rettungsdienst und den Notärzten zusätzliche Unterstützung leisten können. Alle 13 Teilnehmer haben sowohl im theoretischen, als auch im praktischen Teil der Prüfung mit Erfolg abgeschlossen.

Ohne Sauerstoff kein Leben. Daher gehört die Reanimation zum wichtigen Bestandteil der Ausbildung zum 'Sanitäter in den Fachdiensten'.Insbesondere bei Unfällen - sei es bei Einsätzen, Übungen oder in der Ausbildung - sollten Die Sanitäter in den Fachdiensten sofort fachlich fundierte Hilfeleistungen durchführen, die über die einfache Erste Hilfe hinausgehen. Im Einsatz sollten sie dem Rettungs- und Sanitätsdienst bei der Personenrettung Unterstützung leisten können. Mit dem Wegfall der zentralen Ausbildung an den früheren Katastrophenschutz-Landesschulen ist diese Ausbildung in Vergessenheit geraten. Gemeinsam mit dem BRK-Kreisverband Straubing-Bogen unter der Federführung von BRK-Instruktor Martin Schmauser wurde der Ausbildungsinhalt für die Ausbildung zum Sanitäter in den Fachdiensten neu definiert und beim THW-Ortsverband Bogen in einem dreitätigen Pilotlehrgang wieder ins Leben gerufen. Besondere Berücksichtigung fanden in dieser Ausbildung die Einsatzbedingungen der THW-Helfer basierend auf den Erfahrungen aus den Einsätzen der jüngsten Vergangenheit (Erdbeben, Flut-, Sturm- und Schneekatastrophen).

Bestandteile des ersten Ausbildungstages waren das sofortige und sichere Erkennen aller Anlässe für eine Hilfeleistung (Diagnose) und die Durchführung lebensrettender Sofortmaßnahmen bei Störungen der Atmung und des Kreislaufes einschließlich Reanimation, welche nicht nur in Theorie unterrichtet wurde. Der sichere Umgang mit Beatmungsbeutel und Wiederbelebungsmaßnahmen waren Inhalt des praktischen Teils der abschließenden Prüfung. Das Messen von Puls und Blutdruck zählten ebenfalls zum Ausbildungsinhalt. Anknüpfen konnten die beiden BRK-Ausbilder Martin Schmauser und Thomas Biendl an die Kenntnisse, die die Teilnehmer aus einem Erste-Hilfe-Kurs mitbrachten, der vorausgesetzt wurde.

Richtige Rettungs- und Transporttechniken standen beim diesem Lehrgang ebenfalls auf dem Stundenplan.Grundsätze der Wundversorgung, die Behandlung bedrohlicher Blutungen und der Umgang mit Verbandsstoffen wurden am zweiten Ausbildungstag besprochen und geübt. Weitere Bestandteil war die Versorgung von Knochenbrüchen und Gelenkverletzungen, von Bauch-, Brustkorb- und Schädel-Hirn-Traumen. Anschließend wurden die verschiedenen Ursachen und Maßnahmen beim Schock besprochen und thermische Schädigungen mit Verbrennungen, Unterkühlung und Erfrierungen behandelt.

Rettungs- und Transporttechniken standen auf dem Stundenplan des dritten und letzten Ausbildungstages. Dabei mussten die THW-Helfer die sichere Fixierung und den Transport von Verletzten auf unterschiedlichen Tragen üben. In diesem Zusammenhang wurden von den BRK-Ausbildern Situationen in der Zusammenarbeit mit dem Notarzt, Rettungsdienst, Feuerwehr und anderen Hilfsorganisationen angesprochen. In der abschließenden Prüfung mussten die THW-Helfer ihr Wissen unter Beweis stellen. Alle 13 Teilnehmer hatten diese mit gutem Ergebnis bestanden. Im nächsten Jahr werden bei einem „Refresh“-Lehrgang die Kenntnisse intensiviert.

Die Qualifikation „Sanitäter in den Fachdiensten“ haben erreicht: Maik Bauer, Benjamin Bründl, Heinz Engelsberger, Florian Feicht, Elke Gerl, Johann Haas, Stefan Helmbrecht, Daniel Kettl, Karin Kitter, Stefan Kötterl, Julian Rothmann, Markus Wagner und Matthias Zens. Ortsbeauftrager Jürgen Wegener und Zugführer Mike Vogel sind von der wichtigen Bedeutung dieser Zusatzqualifikation überzeugt. „Dieses Wissen können die Helfer nicht nur bei ihrem Einsätzen im THW einbringen“, sagte Jürgen Wegener bei einem Pressegespräch. Mit dieser Qualifikation seien sie nicht selten auch bei ihrem Arbeitgeber ein wertvoller Mitarbeiter. Allein die große Teilnehmerzahl am Lehrgang zeigt Mike Vogel eine hohe Motivation unter den Helfern des Ortsverbandes Bogen.

Alle 13 Teilnehmer haben sowohl im theoretischen, als auch im praktischen Teil der Prüfung mit Erfolg abgeschlossen. Die neuen 'Sanitäter in den Fachdiensten' zusammen mit dem beiden Ausbildern Martin Schmauser (2. v. r.) und Thomas Biendl (rechts).