Hunde spürten „verschüttete“ Personen auf - Präsentation im Straubinger Tierheim

Die Rettungshundeteam präsentieren sich erstmals vor größerem Publikum. (Fotos: THW)Was leisten Rettungshundeteams? Diese Frage wurde am Sonntag im Straubinger Tierheim beantwortet. Die Fachgruppe Biologische Ortes des THW-Ortsverbandes Bogen stellte sich den Besuchern beim „Tag der offenen Tür“ vor und demonstrierte die Suche von Vermissten. Wie Ausbilder Günter Wernitz erklärte, werde jedes Rettungshundeteam (Hund und Hundeführer) durch eine fach- und einsatzbezogene Spezialausbildung intensiv für den Notfall vorbereitet. Nur so könne die Chance einer schnelle Rettung im Unglücksfall erhöht werden. Vor zahlreichen Zuschauern demonstrierte die Fachgruppe die Suche von „verschütteten“ Personen..

Die Fachgruppe Ortung versteht sich als Unterstützung für Rettungseinheiten, die bei der Ortung und Rettung von Verschütteten an ihre Grenzen stoßen. Dabei versucht das THW, Ortungsmöglichkeiten nach dem jeweils aktuellstem Stand der Ausbildung und Ausstattung anzuwenden. Die Einsatztaktik der THW-Fachgruppe Ortung setzt auf die Kombination von Ortungsspezialisten, qualifizierten Rettungshunden und elektronischen Ortungsgeräten, deren Zusammenarbeit auch bei Verschütteten in schwierigsten Lagen einen Rettungserfolg verspricht.

Die Rettungshunde des THW arbeiten hauptsächlich in drei Sparten: der Trümmer-, der Flächen- und der Wassersuche. Für jede Sparte müssen sie und ihr Führer speziell ausgebildet werden. Der erste Ausbildungspart befasst sich mit der Trümmersuche. „Die Einsatzgebiete sind vielfältig“, weiß Wernitz, der seit Jahren als Rettungshundeführer engagiert ist. Neben Naturkatastrophen wie Erdbeben, Fluten und Wirbelstürme werden die Teams auch zu Gasexplosionen, Dammbrüchen, Flugzeugabstürzen und Bahnunglücken alarmiert.

Der Rettungshund ortet die Opfer nachweisbar schneller und genauer, als das technische Suchgeräte können. Er arbeitet frei – ohne Halsband und Leine – und lässt sich auch von Lärm, Feuer und Rauch nicht ablenken. Wernitz führte an, dass Hunde die Witterung auch von meterhoch verschütteten Personen aufnehmen können. Auf dem Gelände des Tierheims versteckten sich zur Demonstration THW-Helfer, die dann von den Hunden aufgespürt werden sollten. Die Zuschauer konnten live miterleben, wie in kürzester Zeit die Suche erfolgreich abgeschlossen werden konnte.

Günter Wernitz räumte wörtlich ein: „Die wahren Helden sind unsere Vierbeiner. Sie erbringen die eigentliche Leistung. Unsere Aufgabe ist es dabei, ihnen zu geben was sie brauchen, um gute Rettungshunde zu werden und dies natürlich auch zu bleiben.“ Beim THW-Ortsverband Bogen werden Hund und Hundeführer bzw. –führerinnen seit dem Frühjahr ausgebildet. Ziel sei es, so sagte Wernitz, dass die Team schnellstens und zuverlässig verschüttete und vermisste Personen aufspüren und damit gezielte Rettungsmaßnahmen erzielen können. Dabei werden die Hunde spielerisch auf ihre Aufgabe herangeführt. Wichtig sei nach Darstellung Wernitz das Zusammenspiel des Hundes mit seinem Führer. Wörtlich sagte er: „Beide müssen wissen, dass sie sich aufeinander verlassen können. Hier ist der Mensch Partner seines Kameraden Hund, nicht sein despotischer Beherrscher.“

Bei zahlreichen Einsätzen haben dies Rettungshundeführer/ -innen mit ihren treuen Begleitern auf der ganzen Welt unter Beweis gestellt. Bundesweit sind etwa 30 THW-Fachgruppen Ortung mit eigenen Rettungshunden ausgestattet. Darüber hinaus sind in der Schnelleinsatzeinheit für Bergungseinsätze im Ausland (SEEBA) drei Ortungsgruppen integriert. Die SEEBA wird vorrangig in der humanitären Hilfe der Bundesregierung nach Erdbeben oder vergleichbaren Ereignissen im Ausland eingesetzt.

Sie waren zu Gast im Straubinger Tierheim.