Helfer leisteten 13.579 Stunden - so viele wie noch nie seit Bestehen des OV

Georg Hilmer (links) und Robert Zollner (rechts) erhielten von Ortsbeauftragten Jürgen Wegener eine besondere Form der Auszeichnung. (Fotos: THW)„Dienst- und Einsatzstunden – so viel wie noch nie!“ Das teilte am Samstagabend der Ortsbeauftragte des THW-Ortsverbandes Bogen, Jürgen Wegener, seinen Helferinnen und Helfern bei der Jahresabschluss-veranstaltung mit. 473 Dienste mit 13.579 Stunden sowie 27 Einsätze mit über 3.500 Stunden sind die Bilanz der vergangenen zwölf Monate. Ein Großteil dieser Stunden kam nach Aufstellung Wegeners aufgrund des Einsatzes bei der Schneekatastrophe und dem Besuch Papst Benedikt XVI in Regensburg zusammen. Viele Stunden resultierten jedoch auch aus zahlreichen Aus- und Fortbildungsveranstaltungen sowie Übungen.

Auch der stellvertretende Bürgermeister Helmut Muhr lobte das Engagement der Helfer. Das Jahr 2006 habe für die gesamte Region eine besondere Herausforderung bedeutet. „Wir wissen die Unterstützung durch das THW Bogen zu schätzen“, sagte er. Bemerkenswert fand er, dass sich die Helfer so viel ihrer Freizeit für das THW und damit für das Allgemeinwohl opferten.

Das Jahr hatte just im Februar mit einer Katastrophe begonnen, wie sie nach den Worten Jürgen Wegeners das THW in Bogen in seiner fast 40-jährigen Geschichte noch nicht kennen gelernt hatte. Die Schneemassen in der Region St. Englmar, aber auch im Stadtgebiet hatten zu dem Großeinsatz geführt, an dem sich neben den örtlichen THW- und Feuerwehrkräften auch Einsatzkräfte aus anderen Landkreisen beteiligten. Kaum war die Gefahr dein einstürzenden Dächer und Gebäude in Heimatgebiet gebannt, rückten die Bogener THW-Helfer nach Frauenau aus, um dort die Schneemassen von den Hausdächern zu entfernen. Mehrere Tage lang – und teilweise auch nachts –wurde Schnee geschaufelt.

Viel Verschnaufpause hatten die Helfer nicht“, kündigte Wegener die nächste Einsatzwelle an: überdurchschnittlich viel Oberflächenwasser in der Stadt Straubing, im Laabertal und später auch noch in Niederwinkling. Mit ihren beiden Hochleistungs- und zusätzlichen Schmutzwasserpumpen konnten größere Schäden in Privatanwesen und Firmengeländen vermieden werden.

Zwei weitere Großereignisse in Bayern waren für den Ortsverband Bogen Anlass, sich in entsprechender Form darauf vorzubereiten: Die Fußball-Weltmeisterschaft und der Besuch von Papst Benedikt XVI. Für beide Ereignisse nahmen die Helferinnen und Helfer an mehreren Aus- und Fortbildungsmaßnahmen teil. „Wir machten uns fit für alle Eventualitäten“, resümierte Wegener. Glücklicherweise mussten der Ortsverband zu keinem der Fußballspiele ausrücken. Dafür war aber der Papstbesuch in Regensburg für den Ortsverband eine „größere Sache“. Allein für dieses Ereignisse waren die Helfer über 1.500 Stunden im Einsatz. Zugführer Mike Vogel hatte mit den Helfer im Vorfeld verschiedene Szenarien ausgearbeitet, mit denen sie hätten konfrontiert werden können. Am Schluss war klar, dass die Bogener nicht nur „Manpower“ stellen konnten. Sie hatten ihr technisches Wissen und Können mit zusätzlichen Qualifikationen in Führungspositionen, in der Kommunikation und bei Erste-Hilfe-Maßnahmen während Großveranstaltungen ergänzt. „Kurzfristig aufgetauchte Anforderungen wurden durch euch mit Bravour gemeistert“, lobte Wegener die 23 vor Ort eingesetzten Kräfte. Nicht umsonst erhielten der Ortsverband Bogen gemeinsam mit dem Ortsverband Passau die Gelegenheit, direkt auf dem Weg, den der Heilige Vater in seinem Papamobil befuhr, Sonderaufgaben zu übernehmen.

Unter den insgesamt 27 Einsätzen ragte nicht zuletzt der Einsatz der Gruppe „Schwere Bergung“ heraus: Im Oktober war ein etwa 27 Tonnen schwerer Betonmischer bei Wörth a. d. Donau in ein Bachbett gerutscht und konnte weder mit einem Abschleppdienst noch Kran aus der misslichen Lage befreit werden. Mit dem entsprechenden Equipment gelang es den Helfern innerhalb weniger Stunden, das Lkw-Fahrzeug wieder auf befestigten Untergrund zu bringen.

Und noch ein weiteres Novum brachte das Jahr 2006: Mit Unterstützung des Helfervereins wurde die größte Anschaffung seit Bestehen unterstützt – der Ankauf einer Sandsackfüllmaschine mit Anhänger für die örtliche Gefahrenabwehr. Somit verfüge der Ortsverband Bogen nach Aussage Wegeners neben der Örtlichen Gefahrenabwehr (ÖGA) „Vogelpumpen“ auch über weitere ÖGA, nämlich der „Deichverteidigung“.

Wegener nutzte die Veranstaltung auch als Gelegenheit zwei Helfer für deren Engagement in besonderer Form auszuzeichnen. Die beiden Kraftfahrer Georg Hilmer und Robert Zollner erhielten Autoschilder mit dem THW-Logo und der Namenseinprägung. Georg Hilmer war Kraftfahrer bei mehreren Auslandseinsätzen und legte damit mehrere Tausend Kilometer mit den Einsatzfahrzeugen zurück. Robert Zollner ist Kraftfahrer in der Gruppe „Schwere Bergung“, kann nicht nur auf eine lange unfallfreie Zeit zurückblicken, sondern hat sich in besonderem Maße damit hervorgetan, dass er sein Fahrzeug nach den Worten Wegeners „in- und auswendig kennt“ und stets mit größter Sorgfalt das Fahrzeug betreut.