Erstmals beim THW: "Trauma-Training" für Sanitätshelfer

Einfache Maßnahmen wie das Warmhalten mit einer Rettungsdecke, psychologische Betreuung des Verletzten und das Anlegen einer Halskrause bzw. von Verbänden sind feste Bestandteile des Traumaalgorithmus. - Unter der Anleitung von Sanitätsinstruktor Martin Schmauser wurden die Kursteilnehmer in die verschiedensten Perspektiven versetzt. (Fotos: THW)Mit einem für die Sanitätshelfer der Bundesanstalt Technisches Hilfswerk (THW) völlig neuen Ausbildungsmodul fand am Samstag beim Ortsverband Bogen ein Fortbildungslehrgang statt. Martin Schmauser und Thomas Bindl vom BRK Straubing befassten sich mit den neun Sanitätshelfern des THW-Ortsverbandes mit dem "Trauma-Algorithmus", den sie sowohl in der Theorie als auch in der Praxis vermittelten.

Einen ganzen Tag lang beschäftigten sich die Sanitätshelfer des THW-Ortsverbandes Bogen mit dem Management von traumatisierten Notfallpatienten. Schwerpunkt der Ausbildung, die noch bei keinem anderen Ortsverband des THW in dieser Form stattfand, war der ständige Perspektivenwechsel in jeder Trainingseinheit. Verletztendarstellung, Erstversorgung und Taktiktraining mussten im ständigen Wechsel von allen Helfern abgearbeitet werden.

Sanitätsinstruktor Martin Schmauser vom BRK Straubing begann den Ausbildungstag mit einer Unterweisung in den Algorithmus. Dieser wird in folgende Schwerpunkte aufgeteilt: Situationsanalyse (Gefahrenlage, Notruf, Absicherung), Durchführung lebensrettender Sofortmaßnahmen (Lagerung, Blutstillung, Sauerstoffgabe), erweiterte Maßnahmen (Wärmeerhalt, Verbände, Immobilisation), Vorbereitung rettungsdienstlicher Maßnahmen (Infusion, Intubation) und Unterstützung des Rettungsdienstes (Report, Rettung).

Ausbildungsziel sollte es sein, angefangen vom Ablaufschema bis hin zur sicheren Beherrschung des Algorithmus zu verinnerlichen. Die Helfer lobten am Schluss die straffe Kursorganisation mit genau einzuhaltenden Zeiteinheiten als Voraussetzung um dieses Training zielgerichtet durchführen zu können. Astrid Köhl leistete hervorragende Arbeit in der Notfalldarstellung. Neben der realistischen Unfalldarstellung durch Schminken mussten sich die Teilnehmer auch immer in die psychische Situation eines Verletzten und auf das Drumherum in der Situationsdarstellung einlassen, damit ein möglichst realistisches Szenario präsentiert werden konnte.

Dargestellt wurden unter anderem ein Verkehrsunfall mit Motorradfahrer und verletztem Autofahrer, Stürze beim Reiten und beim Inlinescaten. Wer soll was jetzt machen und warum? Ganz schön komplex, so wie Traumasituationen auch im Ernstfall sind. Im Taktiktraining wurde durch Sanitätsausbilder Thomas Biendl das ganze Szenario auf der Pinwand betrachtet und dargestellt. Mithilfe von Piktogrammen und chronologischer Reihung der Maßnahmen wurde versucht ein Gesamtbild der Notfallsituation zu skizzieren, um die richtige Priorisierung der notwendigen Erstmaßnahmen herauszuarbeiten. Schwerpunkt hierbei war das Reflektieren und das Feedbackgeben für die Übungsteilnehmer.

Für die neun THW-Helfer war dieses "Trauma-Training" ein rundum gelungener Fortbildungstag, bei dem mit einer absolut neuen Methode das Wissen vermittelt wurde. Sich in die verschiedensten Ebenen zu versetzten ist für sie Grund genug, auch anderen THW-Helfern dieses neue und vor allem motivierende Training zu empfehlen.