Erfolgreiche Hochwasserübung unter äußerst realistischen Umständen

Die Umstände hätten am Samstag nicht besser sein können: Nasskalt, Nieselregen, die Donau mit einem erhöhten Wasserstand, schlammige Wege und Grünflächen. Das Szenario: ein überfluteter Keller, ein Hochwasser führender Fluss und eine drohende Dammüberflutung. Nicht unbekanntes. Die ehrenamtlichen Helfer des Technischen Hilfswerks (THW) wissen, was zu tun ist. Am Samstag demonstrierten die beiden Ortsverbände Bogen und Deggendorf ihre Kapazitäten im Einsatzfall.

Aufgrund der aktuellen Lage – Schmelzwasser, mildes Wetter, Überflutungen, Hochwasser – sind nach den Worten des Ortsbeauftragten beim THW-Ortsverband Bogen "die Feuerwehren und das THW wieder gefordert". Der THW-Ortsverband Bogen habe sich in jüngster Vergangenheit verstärkt dieser Situation angepasst. Das heißt: Zusätzliches Gerät und eine ergänzende Ausbildung der Helfer in den beiden ÖGA-Gruppen „Hochwasser“ und „Deichverteidigung“ soll die Feuerwehren im Rahmen ihres Auftrages unterstützen.

"Zugführer Daniel Wasl ist stolz, dass das THW in Bogen - zumindest in Süddeutschland - auf eine einmalige Konstellation verweisen kann: Zusätzlich zum normalen Technischen Zug, der neben dem Zugtrupp (Führung) aus den beiden Bergungsgruppen und mindestens einer Fachgruppe besteht, verfügt der Ortsverband Bogen über zwei eng miteinander verwandte Gruppen, die im Rahmen der Örtlichen Gefahrenabwehr (ÖGA) eingesetzt werden: Die ÖGA "Hochwasser" und die ÖGA "Deichverteidigung".

Während sich bei erster fast alles um Hochleistungspumpen dreht, steht in der zweiten Gruppe die mobile Sandsackfüllmaschine im Mittelpunkt. Mit Unterstützung der Schnelleinsatzgruppe (SEG) können beide Großgeräte innerhalb kürzester Zeit – sei es im Landkreis oder in der gesamten Bundesrepublik - umgehend in das Einsatzgeschehen eingebunden werden.

Die Einsatzoptionen, welche das THW bei einem Hochwasser oder nach starken Regenfällen anbieten kann, sind sehr vielseitig. Über den aktuellen Stand konnten sich am Samstag neben Bürgermeister Franz Schedlbauer und sein geschäftsleitender Beamter Günter Britzl sowie der zuständige Sachbearbeiter für Katastrophenschutz am Landratsamt Straubing, Helmut Steinbauer auch Kreisbrandrat Johann Leidl und Kreisbrandinspektor Werner Schmitzer einen Überblick verschaffen.

Die Optionen beginnen bei Präventions-maßnahmen, beinhalten Ortungs-, Rettungs- und Bergungsmaßnahmen, Sicherungs- und Räumungsaufgaben, der Sicherung von Verkehrswegen, gehen hin bis zum Errichtung von Notunterkünften, den Betrieb von Bereitstellungsräumen und der Behebung von Infrastruktur-Schäden. Im Vordergrund steht die Bekämpfung von Überschwemmungen bzw. Überflutungen sowie die Damm- bzw. Deichsicherung.  

Zu Beginn der fast dreistündigen Präsentationen zeigte die SEG-Gruppe des Ortsverbandes Bogen, dass man bereits mit einem kleinen Helferteam innerhalb kürzester Zeit – also extrem effektiv – einen Keller, in dem Wasser eingedrungen war, auspumpen kann. "Engagierte und hochmotivierte Helfer, die sich mit ihrem Wissen und Können den Herausforderungen stellen, sind unser Rezept", verriet Daniel Wasl den Gästen. 

Helfer der beiden THW-Ortsverbände Bogen und Deggendorf gaben sich bei der Präsentation als Spezialisten in Sachen 'Hochwasser' und 'Deichverteidigung' (Fotos: THW)Am Wasserübungsplatz an der derzeit angestiegenen Donau kamen die beiden Hochleistungspumpen („Vogel-Pumpen“) zum Einsatz. Unterstützt von den 15 Helfern des Nachbarortsverbandes Deggendorf unter der Leitung von Zugführer Roland Meier, bauten sie ein etwa 200 Meter langes Rohrleitungsnetz auf. Außerdem führte die SEG-Gruppe das Abfüllen von Sandsäcken mit der mobilen Sandsackfüllmaschine sowie verschiedene Sandsackverbaumethoden vor. "Um eine effektive Deichverteidigung erzielen zu können ist die Anwendung der richtigen Verbautechnik notwendig", erläuterte Jürgen Wegener den Gästen.

Helfer aus Deggendorf waren zur Stelle, als es darum ging, die Sandsäcke an die Verbaustelle zu bringen. Zum Zwecke der Erkundung und Sicherung hatte der THW-Ortsverband Deggendorf sein Mehrzweckarbeitsponton und sein Mehrzweckboot auf der Donau eingesetzt. Ein weiteres Boot des Ortsverbandes Bogen lag an der Slippanlage für Notfälle bereit.

Bogen sagt den Helfern des Nachbar-OV Deggendorf herzlichen Dank für die gemeinsame Veranstaltung!

Weitere Informationen zu den beiden ÖGA-Gruppen!