"Die lange Nacht im THW" zeichnete sich als Ideenschmiede ab

In 'der langen Nacht des THW' arbeiten die Helfer bis zum Morgengrauen an verschiedenen Projekten. Eine Workshop-Gruppe präsentierte zum Beispiel eine neue Taschenkarte. (Foto: Haas)"Die lange Nacht im THW" - sie dauerte wirklich lang. In der Nacht zum Sonntag harrten die Helfer des THW-Ortsverbandes fast bis zum Morgengrauen in der Dienststelle an der Deggendorfer Straße aus. In Workshops befassten sie sich erstmals fast eine ganz Nacht lang mit aktuellen Themen und setzten sich so mit der Behördenstruktur sowie den Einsatzoptionen auseinander. Ortsbeauftragter Jürgen Wegener und Zugführer Daniel Wasl waren sich am Schluss einig: "Diese neue Idee ist nicht nur sehr gut angekommen, sondern wir alle haben daraus wertvolle Anregungen, aber auch interessante Ergebnisse erhalten." Einer der Schwerpunkte war der Inhalt des Dienstplans für das kommende Jahr.

"Die Mitgestaltung der Helferschaft in den Gremien ist Voraussetzung bei der Führung und Weiterentwicklung des THW." Das ist einer der Leitsätze der Bundesanstalt Technisches Hilfswerk. Bogens Ortsbeauftragter Jürgen Wegener nimmt diesen Satz wörtlich. Es sieht es für "enorm wichtig" an, dass die Helfer in verschiedene Entscheidungsprozesse mit eingebunden werden. "Wir nehmen die Anregungen unserer Helfer ernst", sagte er zu Beginn "der langen Nacht im THW". Bereits in der Vergangenheit konnten nach den Worten Wegeners schon eine Reihe von Vorschlägen umgesetzt werden. Er weiß auch, dass die Helfer hinterher immer ganz stolz seien, wenn sie feststellen, dass ihre Idee zu einer Verbesserung geführt habe.

"'Die lange Nacht im THW' sollte dazu dienen, in einer lockeren Atmosphäre gemeinsam neue Ideen zu sammeln", bekräftigte Zugführer Daniel Wasl. Es war den Helfer überlassen worden, wann sie die Veranstaltung beenden oder vorzeitig nach Hause gehen wollten. "Dass alle gemeinsam dann erst kurz vor dem Morgengrauen aufgebrochen sind, zeigt, dass wir über Teamarbeit in unserem Ortsverband nicht nur reden, sondern diese auch praktizieren", freute sich Wasl, der gemeinsam mit Wegener am Schluss auch feststellen konnte: "Es war eine äußerst produktive Nacht! Unsere Erwartungen wurden weit übertroffen."

So befasste sich zum Beispiel eine Gruppe mit einer so genannten Taschenkarte, die eine Empfehlung für die Helfer gibt, was sie bei einem mehrtägigen oder mehrwöchigem Einsatz im Gepäck haben sollte. Es gibt im THW bereits für die unterschiedlichsten Themen solche Kurzzusammenfassungen für die Jackentasche. Die Utensilien für diese Einsätze wurden auch schon mehrfach irgendwo niedergeschrieben, aber eben nicht im Taschenkarten-Format. Das Bogener Modul soll nun auch den Helfern in den anderen Ortsverbänden bundesweit zur Verfügung gestellt werden.

Ein anderes Team beschäftigte sich ausführlich mit den internen und externen Aus- und Fortbildungsmöglichkeiten, die der Ortsverband den Helfern anbieten kann. "Wir können bereits heute sagen, dass unsere Helfer über einen sehr guten Ausbildungsstand verfügen", weiß Jürgen Wegener. Dies sei aber nur möglich geworden, weil sich die Frauen und Männer zusätzlich zu den Pflichtstunden überdurchschnittlich stark engagiert hätten. Am Standort Bogen können die Helfer nicht nur das grundlegende Wissen und Können erlernen, sondern auch eine Reihe von Fortbildungsmaßnahmen nutzen. So hat nahezu jeder Helfer in den vergangenen Jahren die Sprechfunkberechtigung im Bereich der Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben (BOS) erlangt. Die Sanitätshelfer haben mit Unterstützung des BRK eine intensivere Ausbildung erhalten. Auch die Lkw- und Bootausbildung nimmt unter den Helfern einen hohen Stellenwert ein.

Im Workshop "Aus- und Fortbildung" fassten die Teilnehmer sämtliche Möglichkeiten, die sowohl in Bogen, als auch an der THW-Bundesschule speziell für die Angehörigen der örtlichen Dienststelle angeboten werden, zusammen. Darüber hinaus eruierten sie Optionen für das kommende Jahr. "Es wurden Fortbildungsmaßnahmen präsentiert, die sicherlich viele der Helfer nutzen werden", glaubt Wasl seine Leute zu kennen. Für ihn ist nämlich wichtig, dass die Helfer selbst den Anspruch erheben, Zusatzqualifikationen zu erlangen. Das stärke seiner Darstellung nach die Motivation noch mehr.

Anregungen, aber auch konkrete Vorschläge brachte eine andere Gruppe vor, die sich mit dem Dienstplan für 2010 auseinandergesetzt hatte. Dabei wurde deutlich, dass der klassische "Samstag-Dienst" nicht mehr zeitgemäß ist. "Flexibilität", "Anpassung an den Hauptberuf", aber auch "Kreativität" und "Spezialisierung" waren die Schlagworte, die in die Gestaltung des neuen Dienstplanes einfließen werden. "Von sehr guten Ideen" sprach nach der Präsentation im Plenum Jürgen Wegener. Daniel Wasl blickt bei diesen Vorschlägen positiv ins nächste Jahr: "Ich bin sehr zuversichtlich, dass der neue Dienstplan, der bis spätestens Mitte November fertig gestellt ist, für alle attraktiv sein wird."