Bogener "Vogel-Pumpen" beim THW bundesweit einmalig

Zum Betrieb der 'Vogel-Pumpe, die in der Stunde 900.000 Liter fördert, wurde auf der Donau eine Arbeitsplatzform geschaffen - ein Gemeinschaftsprojekt der THW-Ortsverbände Bogen, Regensburg und Deggendorf. (Foto: THW)

900.000 Liter in einer Stunde - ob klares oder verschlammtes Wasser. So viel kann die so genannte "Vogl-Pumpe" des THW-Ortsverbandes Bogen fördern. Bei der GFB-Übung "DASEx 2010" demonstrierten die Helfer des Technischen Hilfswerks an der Donau die Kapazität dieser Hochleistungspumpe, von denen der Ortsverband Bogen zwei an der Zahl hat. Gemeinsam mit weiteren Pumpen, die im Ortsverband zur Verfügung stehen, können so in der Stunde weit über zwei Millionen Liter Wasser gefördert werden.

Es ist nicht nur das klassische Hochwasser, in der Vergangenheit waren auch starke Unwetter, ein überlaufende Kläranlage Anlass für den Einsatz der "Vogl-Pumpen" - Hochleistungspumpen, wie sie im THW bundesweit nur im niederbayerischen Bogen stehen. "Die beiden Pumpen gehören dem Landkreis", weiß der stellvertretende Ortsbeauftragte Josef Feldmaier, "und wurden beim THW-Ortsverband Bogen untergestellt und werden hier gewartet. Die Helfer werden dafür ausgebildet und geschult, damit sie im Einsatzfall schnellstmöglich in Betrieb genommen werden können.

"Es ist schon eine Knochenarbeit" lässt Florian Pilhartz wissen. Er hatte bei der Großübung auf der Donau die Leitung für den Einsatzabschnitt mit der Pumpe. 900.000 Liter in der Stunde, das erfordert natürlich auch eine gewisse Größe der Leitungen. Deshalb gehören zur Ausstattung Rohre mit einem Durchmesser von 25 Zentimetern. "Bei einer Länge von bis zu fünf Metern haben wir ganz schön zu schleppen", stöhnt Pilhartz, der gerade selbst mit einem anderen Helfer ein Rohr vom Anhänger zur Ufer der Donau getragen hat. Aber er und seine Kameraden nehmen diese harte Arbeit in Kauf. "Wenn unsere Pumpen zum Einsatz kommen, dann ist schon was geboten" meint er, denn um einen Keller oder eine Garage auszupumpen, dafür braucht es die "Vogl-Pumpen" nicht. "Wenn wir anrücken, dann ist schon was anderes geboten".

Josef Feldmaier ist schon seit über zwei Jahrzehnten beim THW-Ortsverband Bogen dabei. "Unsere Helfer kennen schwierige Hochwassereinsätze in Frankreich und in Deutschland", berichtet er. Die Hochleistungspumpen kommen in der Regel immer in kritischen Situationen zum Einsatz. Als eher eine Ausnahme bezeichnet Feldmaier eine Aktion an der Donau vor vier Jahren. Ein Fischsterben in einem Altwasser erforderte dringend den Zufluss einer größeren Menge Frischwassers. "Innerhalb kürzester Zeit hatte das THW das notwendige Wasser aus der Donau in den Altwasserarm gefördert."

Bei der Großübung wollte der Organisator, die THW-Geschäftsstelle in Straubing, die Einsatzoption direkt auf dem Wasser demonstrieren. Mit Unterstützung der beiden Nachbarortsverbände Regensburg und Deggendorf wurde eine "Vogl-Pumpe" auf eine Arbeitsplatzform, die aus zwei speziellen Wasserfahrzeugen und einer Querverbindung konstruiert wurde, gebracht. "Beim Auspumpen eines leckgeschlagenen Schiffes könnte unsere Pumpe eine wichtige Unterstützung sein", argumentiert Florian Pilhartz für diese Einsatzoption.

"Das dies grundsätzlich möglich ist, das haben wir schon immer gewusst", meint Josef Feldmaier. Doch bei der "DASEx 2010" wurde die Möglichkeit der Unterstützung durch das THW auch real präsentiert. "Ein Unsicherheitsfaktor war schon dabei", räumt Pilhartz ein, "denn durch die Kraft, die beim Ansaugen und Pumpen vom Gerät ausgeht, wussten wir nicht, wie stabil die Plattform bleibt". Selbst die erfahrenen Helfer auf den Wasserfahrzeugen waren über den Druck, der von der Pumpe bereits beim Start ausging, beeindruckt. Und trotzdem konnte die Umpumpaktion auf der Donau unproblematisch durchgeführt werden.

Der Landkreis Straubing-Bogen weiß um das zusätzliche Potential der "Vogl-Pumpen" bei einem Hochwasser. In den vergangenen Jahren wurden weitere Rohrleitungen angeschafft, so dass momentan im Ernstfall bis zu 500 Meter verlegt werden könnten. "So viel hatten wir bislang glücklicherweise noch nicht gebraucht", erinnert sich Josef Feldmaier. Doch auch in Zukunft werden auf und an der Donau die Hochwasser nicht ausbleiben.