40 Jahre THW Bogen

Der einzige noch lebende Gründungsvater des THW-Ortsverbandes Bogen, Franz Karl (2. v. links - zusammen mit seiner Frau Franziska) zählte zu den Ehrengästen beim Festakt.

Es war der 28. Februar 1969, als sich spontan 35 Personen bereit erklärten, in der alten Grafenstadt Bogen einen Ortsverband der Bundesanstalt Technisches Hilfswerk zu gründen. Am Wochenende blickte der Ortsverband während einer zweitägigen Veranstaltung auf sein 40-jähriges Bestehen zurück. Bei einem Festakt am Freitag im KulturForum in Oberalteich war auch der als einzige noch lebende Gründervater, Franz Karl, mit dabei. Für Samstag hatte die Bundesanstalt zu einem Tag der offenen Tür mit der Präsentation einiger Gerätschaften eingeladen. 

Der Ortsbeauftragte, Jürgen Wegener, hatte sich im Archiv des Ortsverbandes schlau gemacht und konnte daher die letzten vier Jahrzehnte Revue passieren lassen. Er kam zu der Feststellung: "Das THW Bogen war schon seit jeher eine große Familie, die weit über den Durchschnitt hinaus ihre Aufgaben, die ihnen gestellt worden sind, stets sehr ernst nahm und immer noch nimmt." Der Ortsverband sei eine Gemeinschaft, die aus Helfern bestehe, die oft Zeit für sich selber und Zeit für ihre Familie hinten anstellen, um anderen zu helfen. Sie würden dies machen, ohne die Hand auf zu halten oder zu fragen, was bekomme ich dafür als Gegenleistung.

In diesen 40 Jahren waren die Helfer des THW-Ortsverbandes Bogen unter anderem mit dabei, als 1972 bei den Olympischen Spielen in München ein internationales Jugendlager aufgebaut bzw. 1989 bei der Landesgartenschau in Straubing ein jungsteinzeitlicher Bauernhof errichtet wurde. 20 Jahre ist es inzwischen her, dass die Helfer beim Bau von Notunterkünften für die damaligen DDR-Flüchtlinge mithalfen.

Als Schwerpunkt der Einsätze zeichnen sich nach den Worten Wegeners Ereignisse aufgrund von "außergewöhnlichen Wetterlagen" ab. Schneekatastrophen nannte er in diesem Zusammenhang genauso wie die große Dürre-Katastrophe im Jahre 1976 oder die zahlreichen Jahrhundert-Hochwasser. Letzte hatten dazu geführt, dass sich der Ortsverand im Laufe der Jahre intensiv mit dieser Thematik auseinandergesetzt hat und heute einerseits materiell entsprechend ausgestattet ist, andererseits die Helfer für diese besondere Art der Herausforderung qualifiziert sind. "Diese Kernkompetenz ist inzwischen innerhalb der Bundesanstalt, als auch bei den anderen Behörden und Hilfsorganisationen bekannt", stellte Wegener fest. Darüber hinaus sei der Ortsverband Bogen auch dann zu Stelle, wenn er von Polizei oder Feuerwehr gerufen werde, um bei Verkehrsunfällen, Bränden und anderen Schadenslagen unterstützend mitzuhelfen.

Beim 'Tag der offenen Tür' galt das Interesse einzelner Geräte und deren Einsatzoptionen. Im Mittelpunkt standen dabei unter anderem die Abseilaktionen. (Fotos: THW)Auch international engagieren sich die Helfer aus Bogen schon seit Jahren. So waren sie an mehreren Auslandsaktionen, wie etwa in Russland, im ehemaligen Jugoslawien, in Frankreich und zuletzt vor wenigen Wochen in Italien im Einsatz. Dazu Wegener wörtlich: "Sie brachten sich mit ihrem fachlichen Wissen und Können professionell in das Einsatzgeschehen ein."

Zum Jubiläum gratulierten am Freitagabend zahlreiche Vertreter von Behörden, Organisationen, Mandatsträger und Vertreter der Nachbarortsverbände. Unter anderem freute sich Bürgermeister Franz Schedlbauer über das rührige Engagement der Bogener THW-Helfer. "Immer wenn wir sie brauchen, dann sind sie zur Stelle", lobte er sie. Insbesondere die Nähe zur Donau war in der Vergangenheit schon oftmals Anlass, das THW um Amtshilfe zu ersuchen. Aber auch im gesellschaftlichen Leben sei der Ortsverband ein treuer Partner.

"Mit ihrem Einsatz leisten Sie einen unersetzlichen Beitrag zur Bewältigung von Katastrophen im In- und Ausland", sprach Landrat Alfred Reisinger und fügte hinzu: "Wir sind froh darüber, dass der Ortsverband Bogen über viele gut ausgebildete und sehr motivierte Helfer verfügt, die sich im Ereignisfall bis an den Rand der Erschöpfung und ohne Rücksicht auf die eigene Gesundheit zum Wohle der Menschen einsetzen." Wie sehr dem Ortsverband der Schutz der eigenen Bevölkerung am Herzen liegt, zeige sich darin, dass er im Rahmen der Örtlichen Gefahrenabwehr die Spezialeinheiten "Hochwasserschutz" und "Deichverteidgung" geschaffen habe. Der Landkreis hat diese Initiative im Laufe der vergangenen zehn Jahre mit rund 80.000 Euro unterstützt. An den Bendestagsabgeordneten Ernst Hinsken richtete er die Bitte, sich auch in Berlin für erforderliche Geldmittel stark zu machen, damit endlich auch "erhebliche Mängel am Dienstgebäude behoben werden können."

Ernst Hinsken wiederholte beim Festakt, dass der Ortsverband für die energetische Sanierung 204.000 Euro aus dem Konjunkturpaket II der Bundesregierung erhalte. Auch der Abgeordnete wusste, dass die Helfer des THW-Ortsverbandes Bogen immer dann zur Stelle seien, "wenn Not am Mann ist und Hilfe dringend benötigt werde". Dennoch brauche das THW auch in Zukunft eine nachhaltige Unterstützung. Wörtlich sagte Hinsken: "Das THW braucht eine zeitgemäße und qualitativ hochwertige Ausstattung. Dazu gehört auch die laufende Erneuerung des Fahrzeugbestands, um so die Herausforderungen im Katastrophenschutz meistern zu können."

Unter den Gründern des Ortsverbandes befand sich einst auch Franz Karl. In all den 40 Jahren hat er "sein" THW nicht aus den Augen verloren. Bei zahlreichen Veranstaltungen zählt er zu den Ehrengästen. Am Freitag bedankten sich sowohl der Ortsverband, als auch der Landesverband für diese Treue.