Übung des THW Bogen in der Bauschuttdeponie Agendorf

Über die sogenannte Schiefe Ebene transportieren die Einsatzkräfte das benötigte Material sowie die gefundenen 'Vermissten'.

Zwei Flugzeuge kollidieren in der Luft und die Wrackteile stürzen in eine Wohnsiedlung. Trümmerteile und eingestürzte Gebäude begraben einige Bewohner unter sich. Die Vermissten müssen so schnell wie möglich gefunden und gerettet werden. Mit diesem Einsatzszenario sahen sich die Helferinnen und Helfer des Technischen Hilfswerks (THW) Bogen am Samstag, den 10. Juni 2017 konfrontiert. Die Bauschuttdeponie Wolf in Agendorf bot das ideale Gelände dafür.

Führungskräfte und Helfer/innen erhalten die Einsatzlage und Anweisungen von Zugtruppführer Florian Feicht.

Zugtruppführer Florian Feicht, der die Übung ausgearbeitet hatte, bestimmte zwei besonders große Schuttkegel als zwei eingestürzte Gebäude in der Schuttstraße des fiktiven Ortes Kötting. In diesen Trümmern wurden noch je drei Personen „vermisst“. Unter der Leitung des Truppführers der Fachgruppe Ortung, Julian Rothmann, machten sich die Einsatzkräfte an die Suche und Positionsbestimmung der Vermissten. Eine Person konnte mithilfe einer Suchkette aus Helfern durch ihre Klopfgeräusche geortet werden. Die Schwere Bergungsgruppe unter Gruppenführer Florian Pilhartz nahm sogleich die Rettungsmaßnahmen in Angriff und befreite den Klopfenden sowie eine weitere gefundene Person mithilfe von Rettungsschere, Spaten und Schleifkorb. Eine weitere Vermisste konnte relativ weit oben auf dem Trümmerkegel des „Gebäudes“ ausgemacht werden. Die Rettung erwies sich hier etwas aufwendiger: Die Helfer mussten gesichert werden, während sie zur Position der Person vordrangen. Über eine schiefe Ebene konnte der Schleifkorb sowie weiteres Rettungsmaterial hochgezogen werden. Dabei werden Steckleitern am Trümmerkegel angelegt und befestigt, um sie als „Rutsche“ zu verwenden. So konnte auch die dritte Vermisste erfolgreich an den Rettungsdienst übergeben werden.

Gruppenführer und Truppführer besprechen das weitere Vorgehen am Gerätekraftwagen der Bergungsgruppe.

Der Koch des Ortsverbandes (OV), Heinz Englsperger, versorgte mit Unterstützung durch seinen Junior die gesamte Truppe vor Ort mit Würsten vom Grill, Kartoffelsalat und Semmeln. Da die Sonne es sehr gut meinte, gab es als Nachspeise sommerliche Wassermelonenscheiben.

Der OV-Koch versorgte seine Kameraden und Kameradinnen am Mittag mit Verpflegung.

So gestärkt gingen die Helferinnen und Helfer wieder ans Werk und suchten die noch verschütteten Personen im zweiten „Gebäude“. Dabei mussten sie auf Geräte wie den hydraulischen Spreizer, Kettenratsche und Hebekissen zurückgreifen und meisterten erneut den Transport über eine schiefe Ebene.

Nach der Mittagspause suchten und retteten die Bogener THWlerinnen und THWler die noch 'vermissten' Personen aus den Trümmerkegeln.

„Durch die vielen verschiedenen Einzelszenarien sind die Führungskräfte jedes Mal wieder gefordert, sich Strategien zu überlegen, die der Situation angemessen sind. Unterschiedliche Bedingungen und die jeweilige Lage der Personen erfordern die Benutzung von anderen Gerätschaften und immer neuen Herangehensweisen. Das schult unsere Einsatzkräfte, sich jedes Mal wieder neu auf das Szenario einzulassen.“, so Florian Feicht. Zufrieden über den Ablauf der Übung stellten die Helferinnen und Helfer nach der Nachbesprechung am Nachmittag die Einsatzbereitschaft in der Unterkunft wieder her, wuschen die Fahrzeuge und Geräte und ließen den Tag gemütlich zusammen in der Sonne ausklingen.

Fotos und Text: Johanna Fendl